Toro und das Projektteam hatten einen entscheidenden Durchbruch, als sie überlegten, wie sie dieses Lean Six Sigma-Projekt in Angriff nehmen sollten.
„Zuerst dachten wir darüber nach, wie wir die einzelnen Mitarbeiter dabei unterstützen können, ihre Arbeit bei der Kommunikation mit den Kunden besser zu machen“, erinnert sich Toro. „Dann verlagerten wir den Schwerpunkt darauf, den Gesamtprozess und alle Aspekte zu verbessern, aus denen ein Serviceanruf besteht – von der Schulung neuer Mitarbeiter über die unterschiedlichen Phasen des eigentlichen Anrufs bis hin zu den Aufgaben nach Beendigung des Gesprächs.“
Durch diese Änderung des Schwerpunkts konnte das Team Verbesserungen entwickeln, bei denen der gesamte Prozess berücksichtigt wurde. Es kristallisierte sich ein Prozess heraus, der wiederholbar, standardisiert und vorhersehbar ist – ein Prozess, der optimiert werden kann.
„Wir wussten, dass wir die Metriken ermitteln mussten, mit denen wir den richtigen Mitarbeiter für eine bestimmte Aufgabe finden konnten. Außerdem mussten wir die Arbeitsabläufe optimieren und sie so effizienter machen“, erklärt Toro. „Indem wir den richtigen Mitarbeiter für ein bestimmtes Fachgebiet zuweisen, wird die durchschnittliche Bearbeitungsdauer reduziert. Dies verringert wiederum die durchschnittliche Dauer bis zu einer Antwort und steigert die Kundenzufriedenheit.“
Zu Beginn des Projekts wurden alle Mitarbeiter in mehreren Fachgebieten ausgebildet, wobei allen Fachgebieten die gleiche Anzahl von Mitarbeitern zugewiesen wurde. Außerdem wurden häufig Personal geändert oder hinzugefügt, ohne die Auswirkungen zu berücksichtigen. Das Team wusste, dass gegenüber dieser Ausgangslage Verbesserungen möglich waren. „Wir hatten die Möglichkeit, die Kapazitäten der Mitarbeiter so zu optimieren, dass die Leistung der Abteilung über die unterschiedlichen Fachbereiche hinweg ausgeglichen werden konnte“, so Toro.
Wie konnte das erreicht werden? Hier kamen die Werkzeuge für die Versuchsplanung (DOE) in Minitab ins Spiel.
In der Statistik bezeichnet die Versuchsplanung die Entwicklung einer Serie von Versuchsdurchläufen (Tests), die zeigen sollen, wie ein Ergebnis (die Antwortvariable) durch mehrere Variablen beeinflusst wird. In einem geplanten Versuch ändern die Projektteams jeweils mehrere Faktoren, bestimmen dann mit Hilfe statistischer Analysen, welche Faktoren wichtig sind, und ermitteln schließlich die optimalen Stufen für diese Faktoren.
Am häufigsten findet die Versuchsplanung in der Produktion Anwendung, wo mit diesem Verfahren Maschineneinstellungen ermittelt werden, die zu einer optimalen Prozessleistung bei den geringsten Kosten führen.
„Normalerweise werden die Versuchsplanung und andere statistische Verfahren in der Produktion eingesetzt, die Einsatzmöglichkeiten dieser Methoden sind aber unbegrenzt“ erläutert Toro. „Als wir die Prinzipien der Versuchsplanung erst einmal verstanden hatten, stellten wir fest, dass wir sie auch auf unsere Serviceprozesse anwenden konnten.“
Toro und sein Team wählten vier Schlüsselfaktoren aus – Mitarbeiterbewertung, Arbeitsaufwand nach dem Gespräch, Schicht und Schulungsstunden – und erstellten mit Minitab ein zweistufiges faktorielles Experiment. Nach dem Erfassen und Analysieren der Daten konnten sie anhand der Ausgabe in Minitab die beste Kombination der vier Schlüsselfaktoren benennen.