Hier kommen die Funktionen zur Versuchsplanung (DOE) von Minitab Statistical Software ins Spiel. Ein Versuchsplan ist eine Reihe von Durchläufen oder Tests, bei denen Sie mehrere Variablen anpassen. Dies ist ein effektives Verfahren zur Prozessverbesserung, da jeweils mehrere Faktoren geändert und ausgewertet werden können, um anschließend mit Hilfe einer statistischen Analyse aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Minitab kann Sie dabei unterstützen, die wichtigsten Faktoren zu bestimmen und nachzuvollziehen, welche Wechselwirkungen und Auswirkungen auf den Prozess bestehen. Mit diesem Wissen können Sie die Faktoreinstellungen ermitteln, die zu einer optimalen Prozessleistung führen.
Roses erste Aufgabe bestand darin, die richtige Antwortvariable auszuwählen und zu quantifizieren. Das Verbessern oder zumindest Erhalten der Qualität der mit einer höheren Geschwindigkeit produzierten Teile war ein Hauptziel. Daher wählte er die Schnittqualität als kritische Antwortvariable. Ein Versuchsdurchlauf würde im Schneiden eines Stahlblechs bestehen. Die Schnittqualität würde auf einer Skala von 1–5 bewertet werden, wobei 5 einem perfekten Schnitt entspricht. Zur Festlegung einer Basislinie führte Rose eine vorläufige Analyse der mit den vorhandenen Einstellungen gefertigten Teile durch, die ergab, dass der Prozess Schneidevorgänge mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4 ergab.
Einer der Bediener der Lasergeräte, der bei der Suche nach schnelleren Einstellungen helfen wollte, bot sich zum Bewerten der in den einzelnen Durchläufen produzierten Teile an. Wie jeder Forscher musste Rose vor Beginn des Experiments sicherstellen, dass er sich auf die Genauigkeit des Messsystems verlassen konnte. Er führte mit Minitab eine Prüferübereinstimmung bei attributiven Daten durch, die zeigen sollte, ob der Prüfer die Schnittqualität beständig und genau entsprechend den festgelegten Standards bewerten konnte. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Analyse wurde einer der Bediener der Lasergeräte als einziger Prüfer ausgewählt. Er konnte sogar ein genaueres Bewertungssystem umsetzen, das mit Werten in Schritten von nur 0,25 anstelle der zuvor verwendeten ganzen Zahlen arbeitete. So wurde die Genauigkeit der erfassten Daten verbessert.
Als die Faktoren, die kritische Antwortvariable und eine zuverlässige Methode für die Datenerfassung gefunden waren, konnte Rose das Experiment planen. Er wusste, dass er bei einem faktoriellen Versuchsplan die Auswirkungen mehrerer Faktoren auf den Prozess untersuchen konnte. Er musste jedoch den Typ des faktoriellen Versuchsplans auswählen, der mit der geringsten Anzahl an Durchläufen zu zuverlässigen Ergebnissen führen würde. Er verwendete Minitab, um die Möglichkeiten zu vergleichen und die beste Option auszuwählen.
Eine Option war ein vollfaktorieller Versuchsplan, ein sehr gründlicher Ansatz, bei dem die Werte der Antwortvariablen bei allen Kombinationen der Faktorstufen erfasst werden. Diese Möglichkeit kann jedoch zu einer unverhältnismäßig hohen Anzahl von Durchläufen führen. Für einen zweistufigen vollfaktoriellen Versuchsplan mit 5 Faktoren sind z. B. 32 Durchläufe erforderlich. Da der Versuchsleiter möglicherweise später Replikationen hinzufügen oder die Durchläufe mehrfach wiederholen möchte, ist ein vollfaktorielles Experiment in vielen Fällen nicht durchführbar.
Rose zog stattdessen teilfaktorielle Versuchspläne in Betracht, bei denen die Anzahl der Durchläufe durch Ausschließen einiger Kombinationen von Faktorstufen auf einen praktikablen Wert reduziert, gleichzeitig jedoch eine zuverlässige Analyse der Faktoren erreicht wird. Bei den Durchläufen handelt es sich um eine ausgewählte Teilmenge oder Fraktion des vollfaktoriellen Versuchsplans. Wenn jedoch nicht alle Faktorstufenkombinationen geprüft werden, bedeutet dies, dass einige Effekte vermengt werden und nicht getrennt voneinander geschätzt werden können. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, muss die Fraktion daher sorgfältig gewählt werden. Zur Vereinfachung des Vorgangs wird in Minitab eine Aliastabelle angezeigt, in der die Muster der vermengten Faktoren angegeben sind.
Für sein erstes Experiment erstellte Rose mit Minitab einen Versuchsplan mit ½-Fraktion, für den nur 16 Durchläufe erforderlich waren (Abbildung 1), mit dem er jedoch trotzdem die Effekte der Faktoren sowie ihrer Zwei-Faktor-Wechselwirkungen schätzen konnte. Rose replizierte die 16 Durchläufe außerdem drei Mal, um die Genauigkeit der erfassten Daten zu verbessern und so die Wahrscheinlichkeit zu steigern, dass mit dem Experiment eine signifikante Differenz ermittelt werden würde.